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Strategische Frachtkosten-Optimierung

Knapper und volatiler Frachtraum zwingt Verlader und Dienstleister zum Umdenken: Nicht die Suche nach der „billigsten“ Fracht, sondern nachhaltige Transportstrukturen, transparente Ausschreibungsverfahren und partnerschaftliches Verhalten eröffnen neue Preisspielräume und sichern eine zuverlässige Transportabwicklung.

Vor einer konkreten Ausschreibung sollte deshalb ein strategischer Filter über die eigene Transportsituation gelegt werden, um systematisch strategische Frachtkosten-Potenziale zu identifizieren und um daraufhin das „Richtige“ auszuschreiben. Logsters hat einen Baukasten entwickelt, der Transportstrukturen und -konditionen systematisch hinterfragt:

  1. Durch eine Simulation von alternativen Versandarten und Verkehrsträgern werden die bestehende Transportvergaben gezielt in Frage gestellt: Wo liegt der Break-Even eines Multi-Paketversands im Vergleich zu kleinen Stückgutsendungen? Bei welchem Volumen kann die Schienenverbindung der neuen Seidenstraße eine Alternative zu teuren Luftfrachtsendungen nach Asien sein?
  2. Unternehmen mit eigenem Fuhrpark zur Absicherung von Frachtraum und zur Erfüllung kundenindividueller Anforderungen stellen die Frage nach dem richtigen Make-or-Buy-Verhältnis: Welche Grundlast-Kapazitäten an eigenen Fahrzeugen ist sinnvoll und welche Einsatztage sollen Dienstleistern garantiert werden?
  3. Mit Hilfe einer IT-gestützten Netzwerkplanung wird eine End-to-End-Kalkulation der Logistik vorgenommen: Mit welchen Lagerstandorten, mit wievielen Lägern und  Distributionsstufen wird bei gegebenem Servicelevel ein Optimum von Lager-, Bestands- und Frachtkosten erreicht? Ohne Ausschreibung können dadurch deutlich Frachtkosten eingespart werden.
  4. Die Umsetzung günstig verhandelter Frachtkosten setzen passfähige Lagerinfrastrukturen und Versandprozesse voraus: Sind ausreichend Rampen und Pufferflächen für einen effizienten Warenausgang vorhanden? Woher weiß der Verpacker, welches Packstück wie und mit wem versendet werden soll?
  5. Vor Ausschreibung sollten die Preise am Markt laufend beobachtet werden. Für ein Benchmarking wird ein Tarifrechner eingesetzt, der auf Sendungsbasis die Lücke zu Wettbewerbern einer Branche transparent macht. Welchen Zielpreis möchte ich in der Ausschreibung erreichen und welche Gesamtkosten errechnen sich aus den Frachtangeboten?
  6. In der Auswahl der Partner liegt einen wesentlicher Treiber, wie sich Frachtraten langfristig entwickeln und auch in Krisenzeiten Bestand haben. Mit welchen Logistikdienstleistern können Unternehmen auf Augenhöhe arbeiten? Sind Fracht-Kooperationen mit anderen Verladern denkbar?
  7. Die Kenntnis der genauen Kundenanforderung an die Zustellung ist grundlegend für den Ausschreibungsprozess: Welche Transport-Services sollen standardmäßig oder zuschlagspflichtig angeboten werden? Welche Pricing-Bestandteile können an Kunden verrechnet werden?
  8. Die besten Frachttarife helfen nicht, wenn es in der Transportabwicklung klemmt. Können Kundenreklamationen in der Zustellung durch proaktives Event Management verringert werden? Werden die Ursachen für Events später in einem KPI-Reporting klar herausgearbeitet?

Mit diesem Baukasten gehen Unternehmen mit klaren Zielsetzungen und dem „richtigen“ Konzept in eine Ausschreibung und in die Umsetzung. Risiken werden frühzeitig erkannt und können anhand von Simulationen mit klaren Vorgaben rechenbar gemacht werden. Neben den Frachtkosten wird in jedem Baustein auch immer der Kundenservice bewertet, der durch eine hohe Lieferzuverlässigkeit, Schnelligkeit und neue Serviceleistungen maßgeblich zur Kundenbindung beiträgt. Der Ansatz geht daher weg von einem Ausnutzen kurzfristiger Frachteinsparungen zu Lasten der Zustellqualität oder der Dienstleister, hin zu einer langfristig angelegten Frachtkosten-Optimierung.